11. August 2026

Fünf Jahre „Sterne leben“: Der rote Faden, den ich erst heute sehe

Was Spitzenleistung, hoher Druck und 5 vor Burnout® miteinander zu tun haben

Kennst du das? Du willst eigentlich nur den Keller aufräumen. Doch dann hast du jedes Teil in der Hand, erinnerst dich, woher es kommt – und kommst kaum noch zum Aufräumen.

So ging es mir mit meinem LinkedIn-Profil.

Ich wollte nur ein bisschen Ordnung schaffen. Und plötzlich war ich wieder mittendrin in dieser besonderen, ziemlich adrenalingeladenen Zeit rund um mein erstes Buch „Sterne leben“, das im Oktober fünf Jahre alt wird.

Im Mittelpunkt des Buches steht Jan Hartwig. Er weiß, was es heißt, unter enormem Druck jeden Tag das Bestmögliche zu geben. Und in den vergangenen fünf Jahren hat er noch einmal eins draufgesetzt: Er hat sich als Drei-Sterne-Koch selbstständig gemacht, geheiratet und eine Familie gegründet. Und ist bei all dem Druck bei sich geblieben.

Was hinter sichtbarer Leistung steckt

Obwohl die Sterneküche den Rahmen bildet, ist „Sterne leben“ kein Kochbuch. Mich interessierte, was hinter der sichtbaren Leistung steckt: Wie gelingt es, mit Rückschlägen umzugehen, fokussiert zu bleiben und sich dennoch selbst treu zu bleiben? Die Sternegastronomie wirkt dafür wie ein Brennglas: Die Erwartungen sind hoch, Fehler werden sofort sichtbar und Erfolge müssen immer wieder neu bestätigt werden. 14 persönliche Erfolgsprinzipien, Coachingimpulse und Reflexionsfragen übertragen diese Erfahrungen auf den Alltag.

Beim Blättern waren sofort die Begegnungen wieder da:

Im Gespräch mit Jürgen Dollase bei Christian & Friends in Fulda staunte ich, wie viel ich über Wahrnehmung und Genuss lernen konnte. Thomas Mack traf ich – wo auch sonst? – im Europa-Park. Christian Stahl beeindruckte mich als leidenschaftlicher Winzer und Autodidakt am Herd.

Frank Rebmann brachte Stärken und Talente ins Spiel und ist bis heute ein wichtiger beruflicher Wegbegleiter. Verena Hahnelt hielt viele Begegnungen mit ihrer Kamera fest und begleitete mich auf dieser Reise.

Heute sehe ich noch stärker, was meine Interviewpartner verbindet: Sie alle leisten viel, tragen Verantwortung, arbeiten mit großer Leidenschaft und kennen hohen Druck.

Der rote Faden bis heute

Genau diesen roten Faden sehe ich heute auch in meinen Coachings und Seminaren. Dort begegne ich Menschen, die viel leisten, Verantwortung tragen und ihre Arbeit gut machen wollen – bis sie merken, dass ihre Kräfte schwinden und sie rechtzeitig etwas verändern möchten.

Nicht jeder Mensch mit einer anstrengenden Phase steht kurz vor einem Burnout. Doch gerade leistungsfähige und verantwortungsbewusste Menschen können erstaunlich lange funktionieren, Probleme lösen und Erwartungen erfüllen, manchmal noch dann, wenn sie selbst längst spüren, dass etwas nicht mehr stimmt.

Dabei geht es häufig um ähnliche Fragen wie damals bei „Sterne leben“: Wie kann ich gesund und leistungsfähig bleiben? Wie gehe ich mit Rückschlägen um? Und wie schaffe ich es, mich bei all dem nicht selbst aus dem Blick zu verlieren?

Eine Teilnehmerin brachte diesen Moment einmal sehr treffend auf den Punkt: „Plötzlich habe ich gemerkt: Jetzt ist es fünf vor Burnout.“

Dieser Satz ist mir geblieben. Denn er beschreibt genau den Augenblick, in dem wir noch wählen können. Daraus ist vor einem Jahr meine Dachmarke 5 vor Burnout® entstanden.

Der Augenblick, in dem wir noch wählen können

Für mich ist „fünf vor Burnout“ kein medizinischer Messpunkt. Es ist ein Bild für den Moment, in dem wir wahrnehmen: So wie bisher möchte oder kann ich nicht einfach weitermachen. Noch können wir hinschauen und etwas verändern, eine Grenze aussprechen, ein Gespräch suchen, eine Aufgabe abgeben, Erholung nicht länger auf später verschieben oder uns Unterstützung holen.

„Sterne leben“ war nie ein Buch gegen Ehrgeiz. Und 5 vor Burnout® ist es ebenso wenig. Ich glaube an Leistung und daran, dass es erfüllend sein kann, etwas richtig gut machen zu wollen. Aber ebenso gilt: Leistung und Gesundheit sind kein Widerspruch. Sie werden es erst, wenn für die eigene Gesundheit dauerhaft kein Platz mehr bleibt.

Vielleicht ist das die Verbindung zwischen meinem ersten Buch und meiner heutigen Arbeit. Der rote Faden war längst da: Wie können wir viel leisten und uns weiterentwickeln, ohne uns dabei selbst zu verlieren?

Beim Aufräumen meines LinkedIn-Profils habe ich deshalb nicht nur Erinnerungen wiedergefunden, sondern eine Frage, die mich bis heute beschäftigt.

5 vor Burnout® – Der Augenblick, in dem wir noch wählen können.

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